Schmerzen vermeiden oder aber: Fear, Pain and some other friends

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Schmerzen

Schmerzen sind böse, keiner braucht sie. Prinzipiell würde niemand diesem Glaubenssatz widersprechen. Ich trau mich das aber, denn:

Fear, pain and some other friends …… dieses geniale Zitat ist nicht von mir es ist von Avi Grinberg.

Laut WHO-Definition von 1948 ist Gesundheit ein Zustand völligen psychischen, physischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen. Laut dieser Definition sind wir also nicht gesund, sobald die Nase läuft, der Kopf Schmerzen bereitet oder der kleine Zeh. Auch Liebeskummer oder Prüfungsangst mit all den Symptomen wären dann – streng genommen – Krankheiten.

Aber – und ich beziehe mich jetzt wieder auf ein aktuelles Thema: die Feiertage. Wie oft passiert es, dass wir im Überschwang der Feierlichkeiten unserem Körper zu viel zumuten. Wer liebt es nicht, im Kreise der Familie gut und ausgiebig zu essen und zu trinken, gemeinsam zu feiern, „sich etwas zu gönnen“ („Es sind ja Weihnachten“). Da kann es dann schon passieren, dass der Körper rebelliert.

Und was tun wir? Wir arbeiten dagegen. Ganz oft gehört das Aufmagazinieren der Hausapotheke zu den Weihnachtsfeiertagen dazu wie der Einkauf von Gans und Rotwein. Sobald uns nach übermäßigem Genuss dann übel ist, der Kopf brummt oder alle Gelenke weh tun beschwert man sich über den Körper, der nicht funktioniert, greift zum Schmerzmittel und – weiter gehts, die nächsten Gäste stehen bereits vor der Türe. Sicherheitshalber nimmt man vielleicht vor dem nächsten Essen noch einen Magenschoner, damit man das Leiden danach minimiert.

All das ist allerdings wirklich bedenklich, wenn man davon ausgeht, dass unser Körper immer – und ich meine wirklich IMMER – für uns arbeitet. Befasst man sich nur ein bisschen genauer damit, wie unser Körper funktioniert, kann man schnell erkennen, um was für ein absolutes Wunderwerk es sich dabei handelt. Umso mehr sollten wir achtsam und voll Demut damit umgehen.

Wir verfügen aber alle nicht unbedingt über fachmedizinisches Wissen. Die Frage ist, ob das nötig ist. Ich behaupte einmal, dass jeder, der sich nur hin und wieder die Zeit nimmt, liebevoll und dankbar in seinen Körper „hinein zu hören“, genau weiss, was sein Körper braucht oder nicht braucht. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig zu erwähnen, dass ja nicht jeder Körper gleich ist. Man kann sich von unterschiedlichen Maßnahmen (Gesundheitstipps) inspirieren lassen, man kann viel ausprobieren, aber Allheilmittel gibt es nicht. Jeder Mensch, jeder Körper hat andere Bedürfnisse.

Wenn es jetzt aber doch einmal passiert, dass wir gegen unseren Körper gearbeitet haben (und das zu üppige Festmahl zum Beispiel ist nichts anderes), dann meldet sich dieser. Er arbeitet zwar auf Hochtouren aber irgendwann schickt er rechtzeitig ein Warnsignal an uns – oft in Form von Schmerzen oder Unwohlsein.

Darauf dann mit „Painkillern“ so reagieren und das Verhalten nicht zu ändern kann also nicht der richtige Weg sein! Schmerzen sind eine Botschaft unseres Körpers an unser Hirn. Nimmt man sich ein wenig Ruhe und Zeit, hört in sich hinein, ist schnell klar, was die positive Nachricht hinter diesen Schmerzen ist. Anstatt sie abzudämpfen sollten wir dankbar dafür sein und dem Signal entsprechend handeln. Unser Körper wird es uns danke, wir haben nur den einen!!!!

Und wenn die Nachricht tatsächlich lautet „…..ich brauche aber jetzt dringend ganz viele Kekse“ sollte man vielleicht ein zweites mal hinhören. Vielleicht kommt da ja noch etwas wie „Nach dem Sport ……“

Lass uns drüber reden.