Psychohygiene und Achtsamkeit

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Psychohygiene

Von Klein auf werden wir dazu erzogen, uns um unseren Körper zu kümmern. Uns wird ganz früh beigebracht, dass regelmäßige Körperpflege, das Waschen, Duschen, Zähneputzen, Kämmen, Nägelschneiden, etc. zu den Standards gehört. Wenn man diese Standards nicht erfüllt, bekommt man früher oder später nicht nur ein gesundheitliches sondern auch ein gesellschaftliches Problem (Mund- und Körpergeruch, fettige Haare, schmutzige Fingernägel … ich will gar nicht weiter ins Detail gehen), denn es ist für jeden sichtbar, wenn diese gesellschaftlich anerkannten Standards nicht erfüllt werden. Aber auch der regelmäßige Besuch bei Zahnärzten zur Kontrolle und Mundhygiene, bei Allgemeinmedizinern zur Vorsorgeuntersuchung ist inzwischen bei vielen selbstverständlicher Teil der Körperpflege. Diese Pflege bezieht sich auf die Erhaltung der Gesundheit und des Wohlbefindens, der Prophylaxe. Und wie steht es nun mit unserem Seelenleben? Kümmern wir uns hier auch mit der gleichen Selbstverständlichkeit darum, dass es uns gut geht? Die Antwort kennen wir alle: Leider nein. Die Psychohygiene ist etwas, das noch nicht zu diesen Standards gehört. Und leider kennen wir auch alle die Auswirkungen der mangelnden Psychohygiene: Depressionen, Burn-Out-Symptomatiken, Aggressionen, Ängste, Süchte, etc. Vieles davon kann vermieden werden, wenn wir uns täglich und immer auch um unser Seelenleben kümmern würden, wie Zähneputzen und Frisieren. Warum die Psychohygiene in der Vergangenheit stets vernachlässigt wurde soll hier nicht das Thema sein.

Der Weg zur täglichen Psychohygiene

Ich wünsche mir, dass ab sofort die Psychohygiene zu den Standards gehört. Aber wie pflegt man seine Seele?

  • Vorerst ist es wichtig, einmal zu schauen, wo ich meine Seele spür. Erst wenn ich weiß, wie es mir geht, wo ich hinspüren muss, kann ich auch drauf aufpassen und mir Zeit nehmen, die Achtsamkeit auf das eigene Empfinden zu lenken.
  • Wenn ich meine Seele gefunden hab braucht es auch viel Mut, wirklich hin zu sehen. Mir ohne Filter bewusst machen, wie es mir geht, wo sind Hochs und wo sind aber auch Tiefs.
  • Wenn ich Klarheit über den Zustand gefunden habe kann ich daran gehen die Instrumente zu finden, die meine Hochs erhalten bzw. die ich brauche, um aus dem Tief heraus zu finden. Das können bestimmte Übungen oder Mantras sein, tägliche kurze Meditationssequenzen, Atemübungen, Bewegungseinheiten, etc. Wichtig ist, dass ein Programm institutionalisiert und täglich praktiziert wird, individuell abgestimmt und immer zur selben Zeit.

Anfangs wird das noch nicht so glatt laufen und sich vielleicht auch seltsam anfühlen. Aber auch hier – Übung macht den Meister. Mit der Zeit wird es immer leichter fallen, Kontakt zu sich selbst aufzunehmen und zu spüren, was die Seele braucht, womit man sich Gutes tun kann. Und auch zu erkennen, wann eventuell ein Punkt erreicht ist, wo die Gefahr besteht, dass die Seele erkrankt ist. Wo und wie ich mir selbst helfen kann und wann ich Hilfe von außen brauche.

Es ist wichtig, sich täglich und immer um seine Seele, sein inneres Ich zu kümmern. Finde Deinen eigenen Weg, Dein eigenes, idividuelles Programm dafür, ich helfe Dir dabei.

Lass uns drüber reden.