Leidenschaft und Beziehung – ein Wunschtraum?

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Leidenschaft

Die Leidenschaft des Anfangs ist etwas, das unvergesslich ist. Allerdings hat sie meiner Ansicht nach tatsächlich ein Ablaufdatum. Wenn mir jemand erzählt, nach 20 Jahren Ehe noch immer mit der selben Intensität und Leidenschaft wie in der ersten gemeinsamen Nacht übereinander herzufallen, dann hat’s da was …… was nicht heißt, dass die Sexualität an Qualität (und Quantität 🙂 )automatisch verliert. Aber es wird anders, die Menschen verändern sich, das Umfeld verändert sich, die Beziehung zueinander verändert sich.

Ich will da auch gar nicht werten, gut oder böse, schlechter oder besser. Darum gehts nicht.

Aber heute geht es um diese ungestüme Leidenschaft des Anfangs. Denn heute ist Valentinstag!!!!!! Und etwas kann schon sein: Dass auch nach langen Ehejahren nur die – am besten gemeinsame – Erinnerung an dieses Feuer der ersten Leidenschaft viel Schönes auslösen kann. Vielleicht noch ein Glas Champagner dazu ….. und einer wunderbaren Nacht steht kaum mehr etwas im Wege.

Aber was macht diese Leidenschaft aus? Ist es das Unbekannte, das Neue oder vielleicht das Verbotene? Sind es vielleicht bestimmte Gerüche, die uns triggern? Sind es bestimmte Berührungen, Gesten, ein bestimmtes Aussehen (das uns vielleicht an jemanden erinnert)? Und was ist es dann, was uns beinahe machtlos über uns selbst werden lässt? Tugenden wie Vernunft, Disziplin, Treue, etc. haben keine Chance mehr. Im Zentrum steht ausschließlich unsere Lust, die mit aller Macht darauf besteht, befriedigt zu werden.

Diese Leidenschaft ist ein Gefühl von extrem hoher Intensität. Oft ist es gar nicht so leicht, sich auf diese Intensität einzulassen. Denn sie macht uns verletzlich. Und sie macht süchtig. Sie bringt Seiten an uns zu Tage, die uns fremd sind. Sie macht ein bisschen Angst. Sie braucht viel Energie, kann direkt anstrengend sein :-). Aber sie kann auch sehr glücklich machen.

Und genau diese Intensität ist es, die es uns leicht macht, sich das Gefühl der Leidenschaft immer wieder in Erinnerung zu rufen. Voraussetzung dafür ist, dass sie mit bestimmten Submodalitäten in Verbindung steht: ein bestimmter Duft, ein Lied, die Berührung an einer bestimmten Stelle. In der Fachsprache nennt man das „ankern“.

In diesem Sinn noch ein Zitat, das allerdings überlegen lässt, wie erstrebenswert diese ungestüme Leidenschaft tatsächlich ist.

Weil Leidenschaft
Leiden schafft
Und Liebesspiel
Nur Liebe spielt
Wird Liebes-Leid
Zum Leidens-Spiel

Noch einen schönen Valentinstag!