Wann ist es genug?

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Schön genug – erfolgreich genug – groß genug – klein genug – dünn genug – stark genug – lieb genug ……. Aber: Wann ist es genug? An welchem Maß messen wir uns? Und ist „genug“ gleichbedeutend mit „zufrieden“. Und bedeutet „Zufriedenheit“ vielleicht aber auch „Stillstand“ oder „sich aufgeben“?

Am Donnerstag, 11.Mai 2017 findet zu diesem Thema eine Kinovorführung der australischen Dokumentation „Embrace“ statt. In diesen Kinos ist der Film zu sehen.

Wer hier manchmal mitliest weiß, dass ich stets eine Gegnerin des Sich-selbst-quälens bin. Das ewige Messen an anderen, oft unerreichbaren (weil Photoshop 🙂 ), Idealen bringt uns kein Stück vorwärts, im Gegenteil: die ständige fehlende Wertschätzung, die Kritik an uns selbst, lähmt und frustriert. Wir machen uns dadurch klein und verbittert. Wenn wir uns selbst nicht lieben, unsere eigenen Erfolge nicht sehen und wertschätzen, stolz auf uns sind, wie soll es dann jemand anderer? Oder besser – wie sollen wir dann die Liebe, Anerkennung eines anderen Menschen erkennen?

In „Embrace“ geht es um ein altbekanntes Thema fast aller Frauen: Wie hart Frauen mit ihrem eigenen Körper ins Gericht ziehen.

Aber das Thema der Selbstkritik lässt sich auf sämtliche Bereiche unseres Daseins umlegen. Bin ich gut genug für den Job? Habe ich genug Zeit für die Familie? Verdiene ich genug, um mir das Haus (Auto, Pferd, Restaurant, Flugzeug, Urlaub, etc.) leisten können? Habe ich genug Unterstützer für das Amt? Es geht im Grunde immer um die Optimierung einer aktuellen Situation. Man muss besser, schöner, gescheiter, reicher, schlanker, erfolgreicher sein. Aber – als wer? Und warum?

Andererseits aber:

Mit Anfang 20 war ich noch eine fröhliche Studentin und genoss mein Leben ohne einen Gedanken ans Morgen zu verschwenden, ich war durchaus zufrieden. Bis dann ein Freund mit dem Satz kam:

Zufriedenheit bedeutet Stillstand.

Ich war erschüttert aber auch durchaus angetan von der Weisheit hinter diesen 3 Worten. Zufriedenheit kann durchaus träge machen. Erfolgreiche Menschen sagen selten: „Jetzt passt es. Es kann nicht mehr besser werden.“ Oder?

Wie sang bereits Konstantin Wecker? Genug ist nie genug. 🙂

In Wahrheit ist es wahrscheinlich, wie so oft eine Gradwanderung. Sich ständig selbst unter Druck zu setzen und einem fiktiven Ideal nachzulaufen ist nicht gesund. Aber zu schnell die Hände in den Schoß zu legen, still zu sitzen und sich gehen lassen, resignieren – nein, DAS kann auch nicht die Lösung sein.

Lass uns drüber reden.