Freiheit und Beziehung – ein Widerspruch in sich?

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Freiheit

Die Freiheit ist bei den meisten Menschen ein besonders hoher Wert. Der Verzicht auf Freiheit ist ein sehr hoher Preis, den kaum jemand bereit ist, zu zahlen. Aber was ist Freiheit? Freiheit ist das Gegenteil von „gefangen sein“. Wer hier öfter mitliest, sollte ahnen, dass es mir aber weniger um das wörtliche „Gefängnis“ geht. Mir geht es eher um die subjektiv empfundene Freiheit.

Oft wird das Eingehen einer Beziehung mit dem Verlust von Freiheit gleich gesetzt. Das geht so weit, dass manchmal Menschen nicht den Mut aufbringen, zu heiraten oder gemeinsam Kinder in die Welt zu setzen.

„Ich muss die Zeit jetzt noch ausnutzen denn dann ist es vorbei mit der Freiheit.“

In diesen Fällen würde ich aber weniger von Angst vor Freiheitsberaubung als von purem Egoismus sprechen.

Natürlich – eine funktionierende Beziehung wird von beiderseitigen Kompromissen getragen. Das erfordert ein hohes Maß an gegenseitigem Respekt, die Bereitschaft, einander zuzuhören und auch den Willen, für einander auf etwas zu verzichten. Begriffe wie „Macht“, „Sieg“ oder „Gehorsam“ haben in einer ausbalancierten Partnerschaft nichts verloren.

Wer also die Tatsache, nicht ausschließlich nach seinem persönlichen Willen leben zu können, als bedrohlich empfindet, könnte hier schon Angst vor dem Verlust von Freiheit bekommen. In diesem Fall ist damit aber auch Einsamkeit verbunden – und, der Mensch ist nun mal keine Insel 🙂 . Und- man kann auch ein Gefangener seiner selbst sein. Oft engen wir uns durch alte, nicht hilfreiche Beliefs, selbst in unserem Handeln ein; und unsere Partner gleich mit dazu. Wir stecken in Gedankenmustern fest, die uns und unseren Beziehungen nicht gut tun.

Also – die eigenen Perspektiven zu Gunsten des Partners zu öffnen – macht immer Sinn. Und wenn es nicht alleine klappt (weil zu „verkrustet“), dann eben mit Hilfe von außen. Jeder hat die Freiheit, diese Entscheidung selbst zu treffen.

Lass uns drüber reden.