Das heutige Frauenbild – eine Vielfalt an Möglichkeiten

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Frauen

Der gestrige Welt-Frauentag hat uns Frauen wieder in den Mittelpunkt gestellt. Auffällig war allerdings, wieviele Frauen sich gegenseitig zum Weltfrauentag gratuliert haben. Auch die Werbung hat sich sofort auf das Thema gesetzt, vor allem der Textil- und Kosmetikhandel. Zigtausende Mails und Postings wurden mit Rosen und puderrosa Ballons etc. verschickt. Auf der anderen Seite gab es öffentliche Veranstaltungen, bei denen wütende, kurz geschorene Frauen das Unrecht des Patriarchats in die Welt brüllten, Fotos von starken, glutäugigen Frauen mit zum Kampf erhobener Faust gepostet wurden. Und es gab Veranstaltungen, bei denen den Damen der Film „Sufragette“ nebst Prosecco (und wahrscheinlich kleinen Mini-Cupcakes und Gemüse-Sticks) gereicht wurde. Prinzipiell alles gut: Ich mag Textilien und Kosmetik, ich mag kurze Haarschnitte (wenns passt – und nicht als Statement) und starke Frauen, die für ihre Meinungen und Leidenschaften einstehen und kämpfen, ich mag Prosecco  und Gemüse-Sticks und den Film „Sufragette“ will ich mir noch dringend ansehen, soll gut sein. Cup-Cakes mag ich nicht, aber das ist eine andere Sache …… Und trotzdem entsteht für mein Gefühl eine schiefe Optik. Zwischen Püppchen und Kampf-Emanze liegt doch eine unglaublich große Vielfalt an wunderbaren Frauenbildern! Es gibt nun mal 2 Geschlechter, die unterschiedlich sind und das ist auch gut so. Es ist doch etwas wunderbares, eine Frau zu sein! Aber –  jeder Mensch, egal ob männlich oder weiblich geboren, hat seine Talente und Schwachstellen. Da gibts kein besser oder schlechter . ich verwehre mich massiv gegen irgendwelche Wertungen zu diesem Thema. Und die Tatsache, dass wir heute – mehr oder weniger – gleichberechtigt leben dürfen ist ohne Zweifel den Kämpferinnen der Vergangenheit zu danken, das darf auch nicht vergessen werden. Aber: Haben wir es immer noch notwendig einen Frauentag auszurufen?

Natürlich gibt es Fakten, an denen Gesellschaft und Politik noch arbeiten müssen. Es darf nicht sein, dass Frauen fallweise heute noch immer weniger verdienen als Männer; bei gleicher Qualifikation!

Es darf nicht sein, dass Frauen heute automatisch tendenziell nach der Geburt der Kinder zu Hause bleiben. Wenn sie das so wollen, ist es vollkommen in Ordnung. Aber wenn sie dazu gezwungen werden, durch Gesellschaft (falsch verstandenes Rollenverständnis), Politik oder Wirtschaft dann ist das ein Thema!

Und trotzdem – verglichen mit anderen Ländern dieser Welt geht es uns Frauen in Österreich wirklich gut. Wir haben über weite Strecken die Entscheidungsfreiheit, wie wir unser Leben planen und gestalten wollen. Wir sollten uns dessen nur auch bewusst sein, welche Möglichkeiten wir haben. Und es selbst in die Hand nehmen. Nicht aus der Eigenverantwortung stehlen und es dann auf die patriarchalische Welt schieben – das gibts nämlich auch (und ist relativ einfach 🙂 ).

Und auch das eigene Rollenbild sollte mal jede für sich selbst definieren. Ein bißchen Selbstreflexion ist hier gefragt: Wie seh ich mich selber, was sind meine Vorbilder, wo steh ich im Moment und wo seh ich mich in 5 /10 Jahren? Kann ich meine Rolle als Frau leben, was braucht es noch, um das zu optimieren? Wie kann ich authentisch und selbstbestimmt im Einklang mit meinem Umfeld, meinen Lieben sein?

Lass uns drüber reden.