Entschuldigen Sie bitte, wo gehts hier zum Mond?

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5.20. Der Wecker läutet und ich kann’s im ersten Moment gar nicht glauben, dass die Nacht schon wieder um ist. Aber noch bevor ich – wie so oft – für weitere süße, qualvolle 10 Minuten den Wecker abstelle, schießt mir ein Gedanken durch den Kopf: der Blutmond. Auf allen Medien wurde schon Tage zuvor davon berichtet: in dieser Nacht verschwindet der Mond für etwas mehr als eine Stunde im Kernschatten der Erde. Der Effekt: ein wunderschöner, riesiger Mond. Und ich darf ihn sehen – aber nur wenn ich jetzt gleich aufstehe.

Die Straßen sind menschenleer, aber der Himmel ist irgendwie anders schwarz als sonst ….. Aber, wo ist der Mond? Langsam und regelmäßig beginne ich los zu laufen. Bestimmt kann ich ihn schon hinter der nächsten Ecke sehen. Ich bin ganz frei im Kopf, die regelmäßige Bewegung macht mich klar. Wie ich diese Freiheit genieße. Ein Genuss, von dem ich vor drei Jahren noch nicht einmal zu träumen gewagt habe. Ich laufe weiter …

Im März 2013, nach einem mehr als schwierigen Jahr, machte ich mir ein Geschenk von dessen Ausmaß ich damals aber noch keine Ahnung hatte. Ich beschloss, mein Psychologiestudium, das ich 1990 abgebrochen hatte, „fortzusetzen“. Dieser Plan wurde mir schnell von den zuständigen Stellen verleidet: zu lange, zu aufwendig, zu kompliziert, zu teuer – dabei wollte ich doch „nur“ in die Beratung.

„Was ist jetzt mit dem Mond“ …. ich verrenke mir schon den Hals, aber es ist kein Mond zu sehen. Ich laufe weiter ……

Die Lust, etwas Neues zu lernen war groß. Und so machte ich mich auf die Suche. Es war klar, dass die Seele des Menschen im Mittelpunkt stehen soll. Und bald war auch klar, was es wird: im März 2013 startete ich mit der Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin.

„Entschuldigen Sie bitte, wo geht’s hier zum Mond?“ Vor mir steht eine Frau mittleren Alters, ebenfalls in Laufhosen, mit einem breiten Lächeln. Tja – ich weiß es nicht, wahrscheinlich haben wir den Mond versäumt. Aber ich freue mich darüber, sie kennen gelernt zu haben, um 06.00 morgens, mitten auf der Straße! Ich laufe weiter …

Diese unbändige Freude am Leben, diese tiefe Liebe zu den Menschen und zu mir selbst und all das Wissen und Spüren um das, was Klientinnen und Klienten in unterschiedlichsten Krisen- und Entscheidungssituationen benötigen, um ihren Weg selbst zu finden – all das durfte ich in diesen letzten 3 Jahren lernen. Und das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Mit meinem Blog „Beziehungswelten“  will ich ein bisschen etwas von dieser Freude und der Lebenslust zurückgeben.

 

Alles Liebe
Christine Sares

Termine bitte über Kontakt