Eigenverantwortung – eine mutige Entscheidung

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Eigenverantwortung

Zugegeben, Eigenverantwortung ist nicht einfach.

Wir sind einer Flut von Informationen, Veränderungen, Nachrichten ausgesetzt – da ist es leicht, den Überblick zu verlieren. Umso mehr, als die Nachrichtenflut uns oft mit Bildern und Worten überschwemmt, die wir kaum fassen können oder wollen. Wir verlieren dadurch auch immer mehr den Zugang zu uns selber, zu unserem eigenen Denken.

Sich in all dem Informationsüberfluss und Nachrichten-Dauerfeuer seine Authentizität zu bewahren ist nicht leicht.

Sich dann auch noch eine eigene Meinung zu bilden, kostet auch viel Anstrengung, Recherche, Objektivität – all das ist nicht einfach. Viel bequemer ist es, fix fertig geschnürte Gedanken-Snaps zu übernehmen. Meistens sind sie auch leicht verdaulich, definitiv mainstream-tauglich.

Aber diese Denkfaulheit macht uns empfänglich für all die Populisten und Rattenfänger die da draußen herum rennen und uns eine fiktive Kompetenz und Autorität vorgaukeln. Ohne zu hinterfragen übernehmen wir Einstellungen ohne zu überprüfen, ob sie mit unserem eigenen Denken, mit unserem Fühlen, unserer Disposition kompatibel sind.

Und es verleitet uns dazu, Dinge zu tun und zu sagen, die unserem Wesen nicht entsprechen. Manchmal bekommt man die Rechnung sofort präsentiert.

Wenn die angesagtesten Foodblogger der Welt sagen, das höchste Glück auf Erden sind dieses Frühjahr Erdbeeren mit Schlag und ich will dazu gehören und ernähr mich ab jetzt von Erdbeeren mit Schlag, obwohl ich eine Laktoseintoleranz habe, dann wird mir mein Körper umgehend zeigen, dass ich nicht so viel aufs Außen geben sollte.

OK, ein blödes Beispiel.

Wenn ich in einem extrem leistungsorientierten Elternhaus groß geworden bin und die Werte Ehrgeiz, Geld und Power übernommen habe, dann wird es mir nichts bringen, im Fall eines Burnouts ein Jahr Auszeit in einem Ashram zu nehmen und mich ausschließlich dem Schweigen und Meditieren hinzugeben (auch wenn das ja prinzipiell eine durchaus schöne und hilfreiche Sache sein kann – für viele, aber eben nicht für alle).

Besser?

Wenn ich ein zutiefst mitfühlender und toleranter Mensch bin (warum auch immer) und dann trotzdem eine Partei wähle, weil sie populär ist und am lautesten schreit, weil sie chick und dynamisch ist, obwohl sie gegen meine höchsten Werte agiert, wird mich das langfristig nicht froh machen.

Eigenverantwortung ist also das gebot der Stunde.

Eh klar, werden sich viele denken.

Aber so klar ist das nicht. Ist es nicht viel einfacher, die Schuld stets beim anderen zu suchen? Immer eine Ausrede parat zu haben, warum man Dinge nicht machen kann? Prinzipiell alles schlecht zu reden und zu nörgeln mit dem Zusatz, man könnte es ja sowieso nicht ändern? Doch – das ist einfach. Denn mit dieser Einstellung entzieht man sich jeder Verantwortung. Man trifft keine Entscheidungen (außer vielleicht, prinzipiell dagegen zu sein …..), ist damit auch an nix schuld. Man macht es sich bequem in der Opferrolle.

Das Gegenteil ist, sich der Eigenverantwortung zu stellen. Selbst gestalten. Selbst die Initiative zu ergreifen. Sich Inspirationen zu suchen, die einen weiterbringen.

Dazu ist es aber notwendig, sich selbst zu kennen, selbst zu wissen, wie man tickt, was man braucht und was man will. Kann sein langer Weg sein, aber es zahlt sich definitiv aus.

Lass uns drüber reden.