Das Spiel mit der Angst

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Angst

Heutzutage, in Zeiten der Möglichkeit, Nachrichten über vielfältige Kanäle in Windeseile zu verbreiten, spürt es jeder: das – oft manipulative – Spiel mit der Angst. Denn leider – schlechte, schreckliche Nachrichten verbreiten sich schneller, berühren uns tiefer als gute. Sie machen uns unsicher, schüren Mitgefühl und schlechtes Gewissen, machen uns wütend und geben ein Gefühl der Hilf- und Machtlosigkeit – sie machen  Angst. Und Angst ist immer ein schlechter Berater. Natürliche Angst kann schützen, aber künstlich erzeugte Angst macht dumm, beschneidet unsere Fähigkeit, selbst zu entscheiden, selbst zu denken.

Es besteht ein subjektives Übermaß an schlechten Nachrichten. Durch diesen künstlichen Überhang entsteht ein Ungleichgewicht der subjektiven Realität. Wir bekommen den Eindruck, die Welt wird gefährlicher, unsicherer, kälter.

Die Kultur der Zuversicht

Deshalb müssen positive Nachrichten kommuniziert werden, es gibt sie. Und sie müssen so kommuniziert werden, dass sie genauso unsere Gefühle berühren: Freude, Zuversicht und Vertrauen, Lebenslust und Stolz. Jemand, der sich für das vegane Leben entschieden hätte, könnte von positiven Heilungsprozessen auf Grund veganer Ernährung berichten, von Projekten, wo Mensch und Tier gleichwertig und achtsam miteinander leben, von sexy Modeschauen mit ausschließlich veganen Materialien, etc. Jemand, der sich gegen den Rechtsruck in Europa einsetzt, könnte von Sozialprojekten weltweit berichten, wo unterschiedliche Kulturen auf Augenhöhe und respektvoll zusammen leben, wo Werte jenseits von Macht und Geld gelebt werden und soziales, ökonomisches und ökologisches Gleichgewicht besteht. Jemand, der sich für die Flüchtlinge einsetzt, könnte von gelungenen Integrationsprojekten berichten, von Menschen, die auf der Suche nach Schutz zu uns gekommen sind und diesen Schutz und eine neue Heimat bei uns finden konnten. Und nicht die schon inflationär werdenden Bilder von verzweifelten, hohläugigen, verschreckten Menschen die irgendwo an Stränden, Grenzen, Mauern gestrandet sind. Natürlich, man darf vor dem Schrecklichen der Welt nicht die Augen verschließen. Sachliche Informationen, korrekt recherchiert und hinterfragt, sind da auch nötig. Aber es braucht auch dringend Vertrauen und Zuversicht – es braucht gute Nachrichten, damit wir unsere Leidenschaften leben und auch andere motivieren können, diese Leidenschaft mit uns zu teilen, sie mit uns gemeinsam, hinaus zu tragen.

Ich bin sicher – auch so kann man Dinge bewegen, große Dinge!

Lass uns drüber reden.